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Maria unter dem Kreuz
Kirchenmusik in St. Marien und Heilig Kreuz
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Sanierung der Orgel in St. Marien

Singt unserm Gott, ja singt ihm! Spielt unserm König, spielt ihm! (aus Psalm 47)

So fordert der Psalmist uns Christen schon vor rund 2500 Jahren zu lebendigem Gotteslob auf.  Wie würden Sie persönlich sich jedoch fühlen, wenn Sie Sonntag für Sonntag vor der Gemeinde Gott loben möchten, jedoch die Luft nicht ausreicht, die Atemwege blockiert sind und Ihre Stimme immer häufiger versagt? Sollte man da nicht versuchen, Abhilfe zu schaffen, um mit Kraft und Energie der Aufforderung des Psalmisten nachkommen zu können?
 
Nachdem die Kirche St. Marien renoviert wurde und wieder in neuem, hellem Glanz erstrahlt, meint man, jetzt sei doch alles wieder in bester Ordnung. Es gibt jedoch noch eine Patientin, die sich etwas außerhalb des gewöhnlichen Blickfelds im Kirchturm versteckt: die Orgel. Sie spielt doch noch ohne für den Laien wahrnehmbare Einschränkungen – wieso also „Patientin“?
 
Nun, die bereits eingetretenen Defekte halten sich – zum Glück – noch in Grenzen. Konkret gesprochen: Vereinzelte Tasten, Register und Pfeifen sind dauerhaft defekt oder haben temporäre Aussetzer. Aus den Windbälgen tritt an undichten Stellen Luft aus. Manchmal bleibt ein Ton dauerhaft hängen, obwohl die Taste nicht mehr gedrückt wird. Die Elektrik (Baujahr 1979) blockiert gelegentlich. Ein Teil dieser Defekte kann von den Organisten durch entsprechende Bedienung kompensiert werden. Dennoch mussten bereits ungeplante „Noteinsätze“ von Orgelbaufirmen durchgeführt werden, damit neue aufgetretene Defekte kurzfristig abgestellt werden konnten.

Gravierender ist jedoch der allgemeine Verschleißzustand. An erster Stelle ist die Verschmutzung im Inneren des Instruments zu nennen. Die rund 3500 Pfeifen der Orgel befinden sich in zwei großen Kammern im Inneren des Kirchturms. Was man von unten aus dem Kirchraum an Pfeifen und Holzverzierungen sehen kann, dient nur der äußeren Dekoration und ist größtenteils stumm. Die beiden „Orgelkammern“ im Kirchturm wurden 1991 das letzte Mal gereinigt. Die in der Orgelpflege übliche Praxis besagt, dass dies eigentlich circa alle 15 Jahre erfolgen sollte, das wäre 2006 gewesen. Schon vor der Kirchenrenovierung war der Zustand grenzwertig, aber spätestens jetzt – trotz sorgfältiger Abdichtungsmaßnahmen – hat sich der Zustand nochmals spürbar und sichtbar verschlechtert. Der rußige Schmutz von rund 25 Jahren inklusive dem Mikrostaub von den Putzarbeiten der Kirchenrenovierung hat sich so intensiv an den Pfeifen, der Mechanik und Elektrik festgesetzt, dass man die gesamte Orgel einmal auseinanderbauen, tiefenreinigen (wo möglich im Wasserbad), trocknen, wieder zusammenbauen und dann sorgfältig nachintonieren muss. Dies geschieht alles in Handarbeit, was bei etwa 3500 Pfeifen entsprechend dauert (und kostet). Ich zeige Ihnen gerne persönlich einmal das Innere der Orgel – jedoch kalkulieren Sie die Textilreinigung Ihres Sonntagsanzugs / Ihres Kostüms dabei bitte mit ein. Bis heute muss ich mir nach dem Orgelspielen die Hände gründlich waschen, weil trotz mehrfachen Wischens der Staub noch an der Spielkonsole sitzt. In den unmittelbaren Wochen nach der Kirchensanierung hatte ich nach jeder Messe dunkelgraue Finger und schmutzige Hosen.

Die Orgel wurde im Jahr 1925 als pneumatisches Instrument erbaut und 1979 teilweise elektrifiziert. Die Sanierung soll auch Modernisierungsmaßnahmen umfassen, welche unter Wahrung der wertvollen historischen Substanz die rein technischen Bauteile erneuern und auf den heutigen Stand der Technik bringen. Einige Mängel in der Windversorgung, die man 1979 für die Elektrifizierung billigend in Kauf genommen hat – eine Art ruckartiges „Stoßatmen“ auf der unteren Orgel -, sollen beseitigt  werden.

Die Sanierung wird durch einen öffentlich bestellten Orgelsachverständigen des Bistums fachlich begleitet. Auf Basis eines Leistungsverzeichnisses werden Angebote von verschiedenen Firmen eingeholt und dann eine Vergabeentscheidung sorgfältig abgewogen. Die Durchführung der Sanierung wird ca. 3 Monate dauern, wobei das Instrument für einen Teilzeitraum nicht spielbar sein wird. Die Gesamtkosten werden mit etwa 100.000 Euro veranschlagt (zum Vergleich: ein neues Instrument dieser Größe und Güte würde heute je nach Erbauer mindestens rund 1 Mio. Euro kosten).

Falls Sie von der Sanierungsnotwendigkeit angesichts der noch spielenden Orgel noch nicht überzeugt sind, ziehe ich einen kleinen Vergleich aus dem Alltag: Wann vereinbaren Sie für Ihr Auto den Termin für die nächste Intervallinspektion – bei der vorgesehenen Kilometerzahl oder erst dann, wenn das Auto nicht mehr fährt?

Wenn Sie noch mehr rund um die Orgel und die Sanierung wissen möchten, können Sie mich gerne ansprechen. Allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die dazu beitragen, dieses wundervolle Instrument für das Gotteslob kommender Generationen zu bewahren, sage ich persönlich auch herzlichen Dank und vergelt’s Gott!

Robert Knappe

Bankverbindung:
Kath. Kirchengemeinde Maria unter dem Kreuz
IBAN DE57 3706 0193 6000 7380 32
Verwendungszweck „Orgelsanierung St. Marien"
Pax Bank eG

Eine steuerabzugsfähige Zuwendungsbestätigung wird zugeschickt, wenn zusätzlich eine Adresse im Feld Verwendungszweck bei der Überweisung angegeben wird. Vergelt's Gott!

Orgel 4
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Orgel 6